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Are we a thing?

28. September  – 4. Oktober 2026 im Ballhaus Ost

Ein Performance- und Theaterfestival rund um queer*feministische Solidaritäten, mit Workshops, Partys und Künstler:innengesprächen. Kommt mit euren liebsten Freund:innen, euren langjährigen Partner:in(nen), allen, deren Existenz ein Segen ist, euren Mitstreiter:innen, all euren Dates auf einmal – oder mit keinem von ihnen!

Die eingeladenen Künstler:innen

LANGE PRODUKTIONEN & PERFORMANCES

Mariannes großes Debüt
von Paul Marianne Furtwängler

Rapport sur ma vie antérieure de femme noire  
von Massandje Sanogo – Oxybabe

Buster, my love 
von Cie Troisbatailles

Le Grand Soir
von 88 mètres/seconde

Embrasser le Chaos
von Particules Fines

BEST COMPILATION EVER
von Livi Scheucher, Thea Ehre, Kirikou Gueye

KURZE PERFORMANCES

Queen of Anger, the Time Teller and Madame Collapse
von Mohamad Moe Sabbah

You Are Hired #3
von Marilyn Nova White

Habt ihr es satt, dass alles, was euch am Herzen liegt, als Pinkwashing für kapitalistische Unternehmen und repressive Politik instrumentalisiert wird? Wir auch. Reicht das schon für ein Date?

Für die Introvertierten unter uns können wir langsam beginnen und erstmal für ein Theaterstück nebeneinander sitzen – vielleicht lachen wir über dieselben Witze und werden leicht rot im Gesicht.

Wenn ihr euch abenteuerlustiger fühlt, könnten wir gemeinsam auf einer After-Show-Party tanzen und schauen, wohin uns die Nacht führt?

Wenn ihr bereit seid für den großen Sprung, dann lasst uns daraus ein einwöchiges Date machen, mit Theatermarathons, unerwarteten Performances, befreienden Workshops, zwischendurch Smalltalk mit Unbekannten über eine Welt ohne Vermieter und emotionalen Achterbahnfahrten nach einer spontanen Karaoke-Nacht – sind wir es, oder liegt etwas in der Luft?

Wenn ihr für einen Abend vorbeikommt, ist das ein Like.
Wenn ihr wiederkommt, ist es definitiv ein Match!

Online-Reservierungen:

Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Alle Reservierungen laufen über das Ballhaus Ost.

PRODUKTIONEN

MariannesgroßesDebüt_7_Lilia Maria Piperova-3
Mariannes großes Debüt
Paul Marianne Furtwängler

Originalwerk
Eine Tragikomödie von & mit: Paul Marianne Furtwängler

Dienstag den 29.09 um 19:30 Uhr und Samstag den 03.10 um 20:00 Uhr (Dauer: 50 Min.)
Auf Deutsch mit französischen und englischen Übertiteln.

Liegt die eigentliche Freiheit im Unvollendeten?

In der Tragikomödie „Mariannes großes Debüt“ wird ein unvollkommener Theaterabend zum Spiegel innerer Umbrüche: Marianne träumt von einem glamourösen Debüt als weibliche Ikone im Rampenlicht – mit Tanz, Gesang und atemberaubenden Kostümen. Doch das Publikum kommt zu früh und begegnet Marianne nicht im Glanz der Perfektion, sondern in Verletzlichkeit und Unsicherheit. Der Unfertigkeit zum Trotz bietet Marianne dem Publikum eine Show – wenngleich anders als erwartet. 

Mariannes Debüt widmet sich den Sehnsüchten und den komplexen Verflechtungen queerer Identität. Die Brüchigkeit der autofiktiven trans Figur Marianne und ihr Streben nach der perfekten Show verschmelzen zu einer doppelten Erzählung: ein Nachdenken über die eigene Identität und den künstlerischen Prozess. Paul Marianne Furtwängler hinterfragt im eigenen Solo-Debüt binäre Geschlechtervorstellungen, feiert unsere menschlichen Unsicherheiten und rückt die Schönheit der Unfertigkeit in den Mittelpunkt.

Vor der Aufführung am 29.09. eröffnen die Kurator:innen das Festival mit einer kurzen Rede. Nach dieser Aufführung findet auch ein Publikumsgespräch statt und noch ein paar Überraschungen erwarten euch mit einer Performance von Mohamad Moe Sabbah und Musik.

Paul Marianne Furtwängler ist Schauspieler*in, Autor*in und entwickelt als künstlerische Leitung eine eigene theatralische Sprache. Erste künstlerische Prägung im Jungen Ensemble des Residenztheaters München sowie eine Einladung zum Tanztreffen der Jugend Berlin, anschließend Studium an der Hochschule der Künste Bern (BA Schauspiel, MA Expanded Theatre). Mit der Soloperformance „Mariannes großesDebüt – oder vom Versuch widerspenstig zu werden“ (2025) zeichnet sich erstmals eine eigenständige künstlerische Sprache ab. Mit „Mariannes erstes Mal am Meer“ entsteht eine zweite eigene Arbeit und führt Mariannes Geschichte weiter als Reaktion auf die zunehmende Gewalt gegen trans Menschen. Die Regisseurin Barbara Miller (#Female-Pleasure, Wisdom of Happiness) begleitet die künstlerische Arbeit von Paul Marianne im Rahmen ihrer kommenden Dokumentation #United Pleasure (Kinostart 2026).

Eine Produktion von Carolina Brinkmann, gefördert vom Pathos Theater, der Hochschule der Künste Bern und von der Landeshauptstadt München Kulturreferat.

Bühne & Kostüm: Stephanie Zimmer
Mentorat: Tomas Bünger
Production: Carolina Brinkmann
Licht: Dario Droste
Outside Eye: Oana Solomon

Bildcredit: Lilia Maria Piperova.

Rapport sur ma vie antérieure de femme noire
Massandje Sanogo – Oxybabe

Originalwerk
Eine Performance von & mit : Massandje Sanogo

Mittwoch den 30.09 um 18:00 Uhr und Sonntag den 04.10 um 19:00 Uhr (Dauer: 45 Min.)
Ab 13 Jahren. Auf Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln.

Achtung: Die Aufführungen finden in der Bar im ersten Stock statt.

„Du, deine Haut ist schwarz, aber es ist, als wärst du weiß.“
In Massandje hallt der Satz ihrer Mutter noch immer nach. Ihr einziges Vergehen: die Person zu sein, die sie ist. Also versucht sie, den Kriterien des schwarzen Mädchens zu entsprechen. Doch nie besteht sie das Casting ihrer Mutter. Auf der anderen Seite steht ihre Leidenschaft, das Theater: Massandje will Schauspielerin werden. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr erkennt sie, dass das, was befreiend hätte sein sollen, sich als einengend erweist: Sie wird ständig auf all die Vorurteile reduziert, die ihre Hautfarbe hervorrufen kann. Es geht nicht mehr um „Ich will Schauspielerin werden“, sondern um „Ich, schwarze Frau, will Schauspielerin werden“. Gut Ding will Weile haben, und Massandje ergattert endlich eine Rolle in einer großen Theatertruppe, die ihren Ambitionen entspricht. Zumindest glaubt sie das …

Allein auf der Bühne liefert Oxybabe eine hybride Performance, die DJing, Erzählkunst und Tanz miteinander verbindet. Wie ein Griot, der das Bewusstsein der Menschen durch parabelhafte Erzählungen weckt, tauscht sie die Kora gegen Turntables, um ihre Geschichte zu erzählen. Zu den Klängen von Amapiano, einer musikalischen Strömung mit Wurzeln im Afro-Pop und Kwaito, berichtet Oxybabe von ihrem früheren Leben als schwarze Frau, in dem Wort, Musik und Körper zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen.

Nach der Aufführung am 04.10. findet zusätzlich die kurze Dragangelehnte Solo-Performance von Marilyn Nova White You Are Hired #3, über Arbeit, Identität und Selbstermächtigung im Spätkapitalismus statt.

Die Arbeit von Massandje Sanogo, alias Oxybabe, entsteht aus dem Intimen, weitet sich jedoch aus, um schwarze Identität, Repräsentation und den Platz derer zu hinterfragen, die lange an den Rand gedrängt wurden. Als Performancekünstlerin nutzt sie Improvisation als Material und was ihr Körper bewahrt (Gesten, Empfindungen, Erinnerungen), um daraus einen Ausgangspunkt zu machen, den sie in verschiedene Medien einfließen lässt: Schreiben, Schauspiel, Tanz, DJing, Video, Fotografie. Sie nimmt den Raum ein, um ihn zu verwandeln, und hinterfragt dabei die Konstruktion und Weitergabe der schwarzen Psyche in Frankreich zwischen Erbe, Erinnerung, Zugehörigkeit und Anpassung. Diese Spannung – zwischen dem, was man ist, dem, was man wird, und dem, was einem widergespiegelt wird – bildet den Kern ihrer künstlerischen Forschung.

Buster, my love
Cie Troisbatailles

Originalwerk
Von & mit:
Sarah Delaby-Rochette, Elise Martin 

Mittwoch den 30.09 um 21:00 Uhr und Donnerstag den 01.10 um 18:30 Uhr (Dauer: 80 Min.)
Ab 16 Jahren. Auf Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln.

TW: Sexuelle Inhalte, Tod und Trauer, psychologische Manipulation in einer Liebesbeziehung

Elise und Sarah, beide in den 90ern geboren, durchsuchen, durchwühlen und verfälschen ihre jeweilige Kindheit, um deren Fäden aufzurollen und ihre eigene Mythologie der Liebe zu erschaffen. Bewaffnet mit Neugier und einer Prise Wahnsinn begeben sie sich auf eine unerschrockene Reise in ihr Inneres. Als Schreibgefährt:innen begleiten sie Carmen Maria Machado mit ihren Reflexionen über verschmelzende Liebesbeziehungen und Gewalt in gleichgeschlechtlichen Paaren, Yann Andréa mit Texten über seine verzehrende Liebe zu Marguerite Duras, sowie Dorothy Allison und ihr Denken über die Herstellung von Begehren. Sie weben ein komplexes Gewebe aus Autofiktion und einem großen bewussten Traum, der von Lyon nach Grenoble führt, von Forks bis nach Transsilvanien. Ihre Geschichten vermischen sich zu parallelen Chronologien, zu Leben, die sie gerne gelebt hätten, und zu anderen, die sie auflösen möchten. Im Hintergrund stets diese Frage: Wie können sie sicher sein, am Ende gemeinsam am selben Strand zu landen?

Nach der Aufführung am 30.09. findet ein Publikumsgespräch statt.

Die Compagnie troisbatailles wurde 2022 von Sarah Delaby-Rochette in der Drôme gegründet und ist seit 2024 für drei Jahre an die Comédie de Valence assoziiert. Sie arbeitet an zeitgenössischen Texten und fiktionalen Erzählungen über ländliche Räume und stadtnahe Übergangszonen, in enger Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Autorinnen und Autoren. Zu ihren Produktionen zählen Dany coiffure (2021, Solo mit Gaïa Oliarj-Inés), Gloria Gloria von Marcos Caramés-Blanco (2023, Prix Incandescences und Prix Prémisses 2022), Buster, my love mit Élise Martin (2024, u. a. am Théâtre de l’Athénée Louis Jouvet) sowie A sec von Marcos Caramés-Blanco (2025, Comédie de Valence).

Buster, my love ist Koproduktion von Cie troisbatailles, Théâtre de la Croix-Rousse und Théâtre Paris-Villette, mit Unterstützung von: Paris Villette-Fragments 23, DRAC Rhône-Alpes, Montevideo – Marseille, CENTQUATRE-PARIS, Théâtre Gérard Philippe – CDN de Saint-Denis, ENSATT und Prémisses Production.

Tontechnik: Hugo Saugier
Lichttechnik: Thierry Laille
Bildcredit: Léa Tillet.

Le Grand Soir 
88 mètres/seconde

Originalwerk
Von & mit:
Mille Zhong, Alissia Pervozvanski-Dangles

Donnerstag den 01.10 um 21:00 Uhr und Freitag den 02.10 um 19:00 Uhr (Dauer: 60 Min.)
Ab 13 Jahren. Auf Englisch, Französisch, Russisch und Mandarin mit deutschen und französischen/englischen Übertiteln.

TW: Am Ende der Performance wird Alkohol ausgeschenkt.

Mille und Alissia haben viel gemeinsam: Lesbentum und Väter, die Tausende von Kilometern entfernt in einst-kommunistische-nun-kapitalistische-Diktaturen Ländern leben, sowie eine Vorliebe für rohe rote Paprika. In dieser chinesisch-russischen Version von „Les Misérables“ trifft auf „Never Have I Ever“ laden sie euch zu einer lebhaften, bissigen und ehrlichen Feier von Vaterkomplexen, queeren Freundschaften, kommunistischer Geschichte … und mehrsprachiger Vergebung ein. Freut euch auf physisches Theater, Gesangsrituale, russische Gurken, chinesischen Tee und dramatische PowerPoint-Präsentationen, während sie ihre Beziehungen zueinander, zu ihren Vätern und zur Politik erkunden. Seid ihr bereit für die Reise?

Eine Überraschung wartet auf euch nach der Aufführung am 01.10 und nach der zweiten Aufführung am 02.10. findet ein Publikumsgespräch statt.

Unter der Leitung von Mille Zhong und Alissia Pervozvanski-Dangles hat sich das Ensemble „88 mètres/seconde“ zum Ziel gesetzt, mutige, ambitionierte, lesbische und dekoloniale Werke zu schaffen, die physisches Theater und experimentelle Performance miteinander verbinden, um sich für radikale Repräsentation, Heilung und politischen Wandel einzusetzen.

Mit Unterstützung von Theatre Deli im Rahmen des Programms Shift + Space.

Produzentin: Marie Lorrain
Dramaturgie: Romeo Lau, William Jammet-Reynal
Bildcredit: Jayen Shukla.
Embrasser le chaos
Particules Fines

Originalwerk
Von & mit:
Elsa Cecchini, Marie Gouault
Live-Musik:
Christophe Lalanne-Claux

Freitag den 02.10 um 21:00 Uhr und Samstag den 02.10 um 19:00 Uhr (Dauer: 75 Min.)
Ab 14 Jahren. Auf Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln.

Embrasser le chaos ist die Suche zweier Erzählerinnen, die nach einer Geschichte hungern, entschlossen, ihre Fesseln zu sprengen und zu enthüllen, was die Fiktion allzu lange verborgen hat. Die live gespielte Musik begleitet sie. Sie ist die Komplizin der Erzählungen, webt und verwandelt die Geschichten, die sich bisweilen in Gesang verwandeln. Durch die Wege von Lucie und Léonora, zwei jungen Frauen im Kampf mit den Narrativen, die sie einengen, befragt das Stück die Notwendigkeit, sich die eigene Geschichte zurückzuerobern. Léonora versucht, den unterdrückenden Liebesmustern und den Misshandlungen, die sie geprägt haben, zu entkommen, während Lucie, eine getarnte Autistin, mit den Normen einer Welt konfrontiert wird, die sich weigert, sie zu sehen. Diese Figuren begegnen sich schließlich, stärken sich gegenseitig und lösen die Schweigen, die sie zum Verstummen gebracht haben. Zwischen Emanzipation und Neuerfindung dekonstruieren sie ihre Erbschaften und zeichnen gemeinsam die Umrisse einer neuen Mythologie.

Nach der Aufführung am 03.10. findet ein Publikumsgespräch statt und am 02.10. gibt es nach der Aufführung die kurze Dragangelehnte Solo-Performance von Marilyn Nova White mit You Are Hired #3, über Arbeit, Identität und Selbstermächtigung im Spätkapitalismus.

Das 2021 gegründete Kollektiv Particules Fines entwickelt künstlerische und vermittelnde Projekte, die in der Kunst des Erzählens und des Spoken Words verwurzelt sind. Es vereint Autorinnen, Dramaturg*innen, Darsteller*innen, eine Lichtgestalterin und einen Musiker in einer kollektiven Praxis, in der Bühnenschreiben und Recherche im Dialog entstehen, wobei das Hören von Unterschieden und unterschiedlichen Weisen, in der Welt zu sein, zum Motor der künstlerischen Arbeit wird. Ansässig in Seine-Saint-Denis, ist das Kollektiv Teil des Netzwerks Actes If und arbeitet unter anderem mit dem Théâtre Berthelot und dem Nouveau Gare au Théâtre zusammen. An der Schnittstelle von Theater, Performance und Klangkunst erkundet das Kollektiv zeitgenössische Erzählformen. Genährt sowohl von der Direktheit des Spoken Word als auch von sensiblen, traumhaften Schreibweisen, stellt seine Arbeit die direkte Ansprache und die Beziehung zum Publikum in den Mittelpunkt und hinterfragt die Erzählungen, die uns prägen – mit Aufmerksamkeit für Engagement, Zuhören und die Wiederaneignung des Wortes.

Eine Produktion des Kollektivs particules fines in Koproduktion mit dem Théâtre des Avant-postes und TDI prod, mit der Unterstützung des Théâtre Public de Montreuil, Nationales Dramatisches Zentrum, des Nouveau Gare au Théâtre, des Verlags Komos, des Théâtre Berthelot Jean Guerrin, des Maison du Conte, des Théâtre de La Girandole.

Outside eyes : Caroline Knecht & Hugo Henner 
Licht: Lucille Vermeulen
Bildcredit: Louise Begue Teissier

BEST COMPILATION EVER
Livi Scheucher, Thea Ehre, Kirikou Gueye

Originalwerk
Regie:
Livi Scheucher
Performance:
Livi Scheucher, Thea Ehre
Sound & Licht Design: Kirikou Gueye

Samstag den 03.10 um 21:30 Uhr und Sonntag den 04.10 um 19:30 Uhr (Dauer: 50 Min.)
Ab 16 Jahren. Auf Englisch mit französischen und deutschen Übersetzung.

TW: Sexualisierter Inhalt.

BEST COMPILATION EVER setzt sich mit der Logik der Kompilation auseinander – einem Format, das aus YouTube, TikTok oder der Pornografie bekannt ist, wo lose miteinander verbundene Höhepunkte ein Genre bilden. Die Kategorie lautet KÜSSEN. Obwohl das Küssen an sich keinen Höhepunkt hat, wird es oft als vertraglicher Abschluss inszeniert: das sprichwörtliche „Happy End“, ein konsumierbares Bild. Doch im Akt selbst schließen sich die Augen, und die Aufmerksamkeit wendet sich vom Visuellen ab. Durch Improvisation und Wiederholung verwandeln die Performer:innen den Höhepunkt in eine andauernde, sich ausdehnende Begegnung. Zwischen Bild und verkörpertem Prozess suchen sie nach einer performativen Sprache des Begehrens, die kapitalistische Logiken der Kommodifizierung destabilisiert und sich Wiederholung als Ort des Widerstands wiederaneignet.

Nach der Aufführung am 3.10 gibt es eine Performance von Mohamad Moe Sabbah und am 4.10. findet ein Publikumsgespräch statt. Und an beiden Abenden lassen wir’s danach mit Musik ausklingen. Bleibt doch noch ein bisschen, auf einen Drink und ein Tänzchen mit uns!

Livi Scheucher, Thea Ehre und Kirikou Gueye vereinen für diese Zusammenarbeit ihre jeweiligen Praktiken – Regie, Schauspiel und Klanggestaltung.

Livi Scheucher (they/them), Regisseur*in und Performer*in, bewegt sich zwischen performativer, theatraler und schreibender Praxis. Dey hat u. a. FUGUE FOUR : RESPONSE geschaffen, die zu radikal jung, ImPulsTanz Wien und zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen wurde.

Thea Ehre (sie/ihr) ist eine österreichische Schauspielerin, die mit ihrer Rolle in „Bis ans Ende der Nacht“ ihren Durchbruch hatte und dafür bei der Berlinale 2023 den Silbernen Bären für die Beste Nebendarstellerin erhielt. Sie setzt sich aktiv für die Sichtbarkeit von trans Personen ein.

Kirikou Gueye (they/them) ist Tontechniker*in und Klangkünstler*in, tätig in der elektronischen Musikproduktion sowie im Sounddesign für Performance, Tanz und Installation. Dey ist zudem als DJ unter dem Namen zey aktiv und engagiert sich für die Zugänglichkeit von Clubräumen für QTBIPOC-Personen.

Mit Unterstützung von Im_Flieger und Raw Matters. Vielen Dank an Nick Romeo Reimann für die künstlerische und praktische Unterstützung sowie an Valerie Rossacher für die temporären Tattoos. Neben vielen anderen haben wir uns von Luce deLires Essays Lessons in Love inspirieren lassen.

Kurze Performances

Queen of Anger:
From the fiery valley of anger, she comes
With grace and charm, she walks
With poise and firmness, she talks
Be aware of her temper; she can burn you to dust.
The Time Teller:
The Time Teller Returns 
Here to hypnotize you
Here to invite you on. ajourney 
Here to remind you that the only way to go forward is revolt. 
Madame Collapse:

Coming back
A reincarnated form
She reminds and announces
„وعايزنا نرجع زي زمان“

From the watery depths of the stagnant valleys
Shimmery, shiny, distorted and crushed
Stuck in an in-between
„قول للزمان“

Charging her motors, she waits
Awaken, she swings and walks
A prophecy, she brings
„ارجع يا زمان“

Mohamad Moe Sabbah ist Filmemacher und multidisziplinärer Künstler. Aus einer queeren Perspektive beobachtet er die Welt; seine Filme, Performances und Klangarbeiten erforschen Familie, Körper, Trauer und den durchlässigen Raum zwischen dem Menschlichen und dem Mythischen.

You Are Hired von Marilyn Nova White ist eine queere Performance über Arbeit, Identität und Selbstermächtigung im Spätkapitalismus. Zwischen Casting, Beichte und Büro-Exorzismus verwandelt sich der Bewerbungsprozess in ein physisch-poetisches Ritual. Das Publikum wird Teil eines absurden Spiels um Wert, Konformität und Befreiung. Während die Flut der Effizienz, der kulturellen Kürzungen und der Selbstoptimierung zurückgeht, fragt You Are Hired: Was bleibt Vielleicht eine neue, postkapitalistische Ökologie des Selbst – queer, verletzlich und radikal zweckfrei.

Marilyn Nova White ist eine in Berlin lebende Performancekünstler_in, Schauspieler_in und Drag King mit halb-bulgarischen Wurzeln. Aus einem kunstfernen Mannheimer Milieu kommend, verbindet Marilyn heute queere Körperpraxis, Drag und Tanz mit Fragen nach Herkunft, Identität, Arbeit und Transformation. Humor, Verletzlichkeit und ein spielerischer Umgang mit Lust und Normen prägen die künstlerische Handschrift.

Workshops

Famili(es) – a writing workshop mit Mille Zhong und Alissia Pervozvanski-Dangles

Samstag, den 03. Oktober von 14 bis 16:30 Uhr.

Anhand der Mittel des persönlichen Schreibens, der gesprochenen Sprache und der Fiktion laden Mille und Alissia von der Theatergruppe „88 mètres/seconde“ dazu ein, Verwandtschaftsbeziehungen, ob durch Geburt oder selbst gewählt, zu erkunden.

Ein zweieinhalbstündiger Workshop zum Schreiben, Teilen und Geheimhalten; um das Schreiben zu entmystifizieren, Spaß zu haben und gemeinsam etwas zu schaffen – in Anlehnung an ihr Stück „Le Grand Soir“ über Vater-Kind-Beziehungen.

Der Workshop besteht aus einer Schreibaufwärmübung, mehreren Aufgaben, die durch weitere Texte und visuelle Materialien begleitet werden, sowie Phasen des Austauschs und einer abschließenden Diskussionsrunde.

15 Teilnehmende
Sprache: auf Französisch oder Englisch.
Preis: Soli-Preise 15/20/25€.

Wenn ihr Interesse habt aber der Preis zu hoch ist, könnt ihr uns gern per mail kontaktieren (lelampenfieber@theaterimnu.de

Oxygènes mit Massandje Sanogo – Oxybabe

Sonntag, den 04. Oktober von 14 bis 17 Uhr

In einer Gesellschaft, die dazu neigt, Körper, Stimme und Sprache voneinander zu trennen, bringt dieser Workshop sie wieder zusammen. Die Stimme kann sich ohne den Körper nicht vollständig ausdrücken, und der Körper kann ohne Sprache nicht wirklich mitschwingen. In einer Welt, in der es für Menschen aus der Globalen Mehrheit oft schwierig ist, sich zu Wort zu melden und gehört zu werden, habe ich diesen Raum geschaffen, um:

  • deine Stimme zu erkunden und zu verkörpern
  • dich wieder mit deiner Präsenz zu verbinden
  • den Mut zu finden, Raum einzunehmen und dich selbst zu bekräftigen

Dieser Workshop ist nicht nur für Künstler*innen gedacht. Er steht allen offen, die ihre Stimme, ihre Präsenz und ihre Beziehung zur Welt erkunden möchten. Menschen aus der Globalen Mehrheit haben Vorrang, der Workshop bleibt jedoch für alle offen.

An einem Nachmittag werden wir folgende Themen erkunden:

  • Körper & Stimme: Haltung, Atem, Energie und Resonanz.
  •  Rhythmus, Gestik & Bewegung: Befreiung der Sprache durch den Körper.
  • Emotionen & Selbstwahrnehmung: Erkennen und Überwinden innerer Blockaden.
  • Übung & Austausch: praktische Übungen, angeleitete Erkundungen und unterstützendes Feedback.

12 Teilnehmende
Sprache: auf Französisch oder Englisch.
Preis: Soli-Preise 15/20/25€.

Wenn ihr Interesse habt, aber der Preis zu hoch ist, könnt ihr uns gern per Mail kontaktieren (lelampenfieber@theaterimnu.de).

PRE-OPENING

LA QUATSCHOUETTE x LE RÉSEAU DES AUTRICES*

Montag, den 28. September um 20:00 Uhr.

Die mehrsprachige Lesebühne La Quatschouette und das Netzwerk französischsprachigen Autorinnen* treffen auf Le Lampenfieber für eine Sonderausgabe!
Bringt eure Texte mit oder schickt sie an laquatschouette@gmail.com. Alle Formate zum Thema “Are we a thing” sind willkommen.

Freier Eintritt.

In der Bar vom Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin.

PRAKTISCHE INFOS
solidarisches preissystem

25 /20 / 15 / 10 / 5 € (freie Platzwahl)

Wer es sich leisten kann, laden wir ein, 25 Euro bzw. 20 Euro zu bezahlen. Damit unterstützt ihr uns und ermöglicht es uns, anderen Gästen günstigere Eintrittskarten anzubieten.

15 Euro und 10 Euro sind günstigere Preise, die für alle verfügbar sind.

5 Euro sind eine zusätzliche Ermäßigung, die bei Bedarf und nach eigenem Ermessen in Anspruch genommen werden kann, wenn die anderen Preise zu hoch sind.

Workshops: 25 / 20 / 15 Euro.

Für Begleitpersonen von schwerbehinderten Zuschauer:innen bieten wir kostenlose Tickets an.

TICKETVERKAUF

Wir laden Euch ein, eure Karten schon jetzt über den Online-Ticketshop vom Ballhaus Ost zu reservieren.

Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Alle Reservierungen laufen über das Ballhaus Ost.

ANREISE ZUM FESTIVAL

Ballhaus Ost
Pappelallee 15
10437 Berlin
U-Bahn Eberswalder Straße
Website

Ein durchgehend zugänglicher, stufenloser und ebenerdiger Zugang (inkl. Bordsteinrampe) von der Straße zum Gebäude und zum Saal von einer Breite mit mind. 150 cm ist vorhanden. Die meisten Vorstellungen finden im Saal statt, dieser ist ebenerdig. Die Bar ist bei gutem Wetter ebenerdig im Hof, bei schlechtem Wetter leider nur über eine Treppe im ersten Stock zu erreichen. Es sind zudem barrierefreie Parkplätze sowie Sanitäranlagen verfügbar. Die barrierefreien Parkplätze finden sich jedoch nur im öffentlichen Raum am Straßenrand. Das Theater kann keine eigenen Parkplätze anbieten. Im Veranstaltungssaal/-bereich ist Platz für Rollstühle oder Rollatoren gegeben und es gibt die Möglichkeit der besonders geeigneten Platzreservierung und/oder den Saal vorzeitig zu betreten.

BARRIEREFREIHEIT

Alle Aufführungen des Festivals werden in Englisch und Französisch (deutschsprachige Aufführungen) oder Deutsch (französischsprachige Aufführungen) übertitelt, außer FREISPRUCH: ein Ermächtigungsprojekt.

Für jede Aufführung können wir ein Early Boarding anbieten. Bei Bedarf können Sitzsäcke zur Verfügung gestellt werden. Wir können außerdem Personen von den U- oder S-Bahn-Stationen zu den Veranstaltungsorten begleiten. In diesen Fällen bitten wir um Kontaktaufnahme per E-Mail ein paar Tage vor dem Termin.

Bei Fragen rund um die Barrierefreiheit, kontaktiert uns gern an lelampenfieber@theaterimnu.de

Le Lampenfieber braucht euch!

Le Lampenfieber ist ein Abenteuer, das viele Menschen monatelang beschäftigt: Organisator:innen, Techniker:innen, Grafiker:innen, Fotograf:innen, Videograf:innen, Übersetzer:innen und natürlich alle Künstler:innen, die wir Euch vorstellen möchten! Alle sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren, aber das Festival möchte alle Beteiligten für ihre Arbeit angemessen bezahlen. Zu den weiteren Ausgaben des Festivals zählen die Reise- und Unterkunftskosten der Ensembles, die Anmietung von Räumen und Material sowie die Kommunikationskosten. Diese werden leider nur zum Teil durch die Einnahmen aus dem Kartenverkauf gedeckt.

Deshalb hoffen wir auf Eure Unterstützung. Jede Spende, ob groß oder klein, trägt zum Erfolg des Festivals und zur Schaffung eines inklusiven Raumes bei, in dem talentierte Künstler:innen ihre Stimme erheben und eine neue Welt erfinden. Also greift zu Euren virtuellen Geldbörsen und vergesst nicht, Euren Freund:innen Bescheid zu geben!

Kontoinhaber: Theater im Nu e.V.,
IBAN: DE95 4306 0967 1289 8698 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank

KONTAKT

Le Lampenfieber
Theaterfestival
Theater im Nu e.V.
Flughafenstr. 38
12053 Berlin

lelampenfieber@theaterimnu.de

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